Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik in Wien

Das umgangssprachliche Kürzel FIDS steht für den Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik. Der Fachbereich umfasst A inklusive Schulen und Schulzentren, B Mitarbeiter*innen der Außenstellen der Bildungsdirektion für Wien in den jeweiligen Bildungsregionen vor Ort, und C Mitarbeiter*innen im Fachstab des Pädagogischen Dienstes in der Bildungsdirektion für Wien

 

I- Struktur des Fachbereiches

A - Inklusive Schulen und Schulzentren im Fachbereich Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik

Inklusive Schulen und Schulzentren in Wien führen Regelklassen und Kleinklassen, mit Unterricht nach allen Lehrplänen (Sonderschule, Vorschulklasse, Volksschule, Mittelschule, Berufsvorbereitungsjahr). Diese inklusiven Schulen und Schulzentren sind ebenso Kompetenz- und Beratungszentren für Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik und decken, je nach speziellem Standortprofil, verschiedene Formen von Diversität ab. Sonderpädagoginnen in Integrationsklassen sowie in ambulanten und mobilen Supportsystemen an Regelschulen werden in Dienst- und Fachaufsicht  von Leitern und Leiterinnen inklusiver Schulen und Schulzentren geführt. Spezialisierungen von Schulstandorten auf ausgewiesene Behinderungsarten sind möglich.

 

Schüler*innen können je nach ihren persönlichen Möglichkeiten in inklusiven Schulen und Schulzentren im Fachbereich nach allen Lehrplänen unterrichtet werden. Alle Berechtigungen für weiterführende Schulen können bei Vorliegen der entsprechenden schulischen Leistungen erworben worden. Klassen können entweder nach verschiedenen Schularten, zum Beispiel nach der Schulart Volksschule, geführt werden. Eine besondere Stärke der inklusiven Schulen und Schulzentren ist die Führung von Kleinklassen, vielfach bezeichnet als Familienklasse auf der Primarstufe oder  als Aufbaulehrgangsklasse in der Sekundarstufe.

 

B - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Außenstellen der Bildungsdirektion für Wien

In allen Bildungsregionen gibt es Mitarbeiter*innen der Außenstellen der Bildungsdirektion für Wien, oftmals in Kurzform als „FIDS“ bezeichnet. Diese sind in Zusammenarbeit mit den Schulzentrumsleiter*innen für die Bereitstellung und Koordination aller inklusions- und sonderpädagogischen Maßnahmen für Kinder mit sonderpädagogischem und anderem Förderbedarf in allgemeinen Schulen, einschließlich der Betreuung von für diese Schüler*innen zusätzlich eingesetzten Lehrpersonen zuständig. Ein Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Spezialist*innen für bestimmte Behinderungsarten und Förderbedürfnisse (z.B. Körper- und Sinnesbehinderung, Autismusspektrumstörung, …). Für weitere Auskünfte stehen die Integrationsberatungsstelle oder der Fachbereich (iV: karin.pittner-lerchster@bildung-wien.gv.at) bereit.

 

C - Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fachstab der Pädagogischen Leitung

Alle Koordinations- und Steuerungsarbeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bildungsregionen laufen im Fachstab (iV: rupert.corazza@bildung-wien.gv.at) des Pädagogischen Dienstes zusammen und werden in Abstimmung mit den Abteilungsleiter*innen der Bildungsregionen, der Leiter*in des Pädagogischen Dienstes und mit den zuständigen Abteilungsleitungen in der Präsidialabteilung zusammengeführt.

Die Beratungsstelle für den inklusiv- und sonderpädagogischen Bereich (I-BOZ FIDS) in der Bildungsdirektion für Wien unterstützt alle Kommunikationsaufgaben und ist für alle Interessierten, Erziehungsberechtigten, Lehrpersonen, Schulleiter*innen telefonisch und per Mail (iV: judith.stender@bildung-wien.gv.at, verena.lieser@bildung-wien.gv.at, renate.dirnberger@bildung-wien.gv.at) erreichbar.

 

II - Schulische Inklusion

Schulische Inklusion umfasst ein sehr vielfältiges Schulsystem, das allen Kindern und Jugendlichen den Zugang ohne Diskriminierung und Barrieren ermöglicht. Jede Schüler*in hat Anspruch auf Förderung durch qualifizierte Pädagog*innen. Das Bildungssystem ergreift für alle Formen der Diversität sowie für jede Behinderung und Beeinträchtigung angemessene Vorkehrungen, um gleichberechtigten Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Volksschulen und weiterführenden Schulen zu gewährleisten.

Diversität ist an jedem Schulstandort gelingend zu gestalten und im Alltag zu verwirklichen. Individuelle Lösungen und Unterschiede müssen immer zum Vorteil des jeweiligen Kindes gestaltet sein. Die Möglichkeiten richten sich nach dem Gesamtausmaß aller angemessenen Vorkehrungen, gemäß § 2 der UN-Konvention „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“.

 

III - Psychosoziale Maßnahmen

In inklusiven Schulen und Schulzentren für inklusive Betreuung werden psychosoziale Maßnahmen für sozial und emotional benachteiligte Schüler*innen angeboten. Diese Zentren koordinieren die Integration verhaltensauffälliger und dissozialer Schüler*innen durch ambulante Lehrer*innen (Beratungslehrerinnen, Psychagogische Betreuerinnen und Betreuer) und durch integrative temporäre Beschulung in Förderklassen. Durch diese überregionalen Zentren wird die psychosoziale Betreuung von Wiener Volksschulen, Neuen Mittelschulen und inklusiven Schulen ermöglicht.

 

IV - Lehrpläne

Die Lehrplanzuordnung der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf ergibt sich aus ihrer Leistungsfähigkeit in Bezug auf die in Österreich gültigen Lehrpläne. Diese Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf können sowohl in Regelklassen als auch in integrativ geführten Volksschulklassen, Neuen Mittelschulklassen, Polytechnischen Klassen oder in inklusiven Schulen und Schulzentren unterrichtet werden. Auf jedem Zeugnis ist der Klasse entsprechend die Schulart sowie die Lehrplanzuordnung  anzuführen.

 

V - Spezielle Klassen

In Integrationsklassen in Volksschulen, Neuen Mittelschulen, allgemein bildenden höheren Schulen, Polytechnischen Schulen sowie der Fachmittelschulen unterrichten Klassenlehrer*in bzw. Fachlehrer*in und Inklusivpädagog*in miteinander.

Kleinklassen, manchmal bezeichnet als Familienklassen (FAM) und Aufbaulehrgangsklassen (ALG) (ehemalige Bezeichnung Sonderschulklasse) werden an inklusiven Schulen und Schulzentren geführt. Der Besuch von Familienklassen und Aufbaulehrgangsklassen ist keine Sackgasse, da für alle Schüler ihren Fähigkeiten gemäß Anschlussmöglichkeiten im 9. und 10. Schuljahr geschaffen wurden, die es erlauben, entweder einen Mittelschulabschluss nachzuholen oder eine einschlägige Berufsvorbereitung zu absolvieren. Jedes Kind,  sofern die persönlichen Kompetenzen dies ermöglichen, erhält in Wien die Chance auf den Besuch einer Abschlussklasse einer Mittelschule, auch wenn bislang nach dem Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule jahrelang unterrichtet und benotet wurde.

Die Heilstättenschule (Schule im Krankenhaus) ist in vielen Wiener Spitälern zur Betreuung von schulpflichtigen Kindern, die für längere Zeit stationär aufgenommen werden, eingerichtet.

Die Sonderschulen „für schwerstbehinderte Kinder“ wurden mit September 2015 im Zuge der Beseitigung von diskriminierenden Bezeichnungen in inklusive Schulen „für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf“ umbenannt. Sofern es angeschlossene Regelschulklassen gibt, können auch an diesen Schulen mehrere Lehrpläne zur Anwendung kommen.

 

Veröffentlicht am 01.01.2020