Mit Finanzbildung gut aufs Leben vorbereitet

Wissen rund um Geld fördert Chancengleichheit und ist ein wirksamer Schutz vor Armut

Wien (OTS) – „Finanzbildung ist ein Teil der Lebensbildung. Jungen Menschen das Handwerkszeug zu geben, das sie fürs Leben brauchen, ist Aufgabe der Schule“, sagt Bildungsdirektor Heinrich Himmer bei der heutigen Pressekonferenz. Die Bildungsdirektion für Wien stärkt in diesem Schuljahr mit einer Vielzahl neuer, kostenfreier und qualitätsgeprüfter Angebote zahlreicher Kooperationspartner:innen die Finanzbildungsstrategie. „Finanzkompetenz unterstützt junge Menschen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen – mit weniger Geldsorgen und höherer Entscheidungsfähigkeit. Wir fördern damit Chancengleichheit, denn Wissen rund um Geld ist ein wirksamer Schutz vor Armut“, so Himmer weiter. 

Der vormalige Gouverneur der Österreichischen Nationalbank Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny betont: „Finanzbildung wird zunehmend wichtig, muss aber sehr unterschiedliche Gruppen erreichen. Es geht einerseits um das Erlernen wichtiger Fähigkeiten des täglichen Lebens, es soll aber auch ein Grundverständnis für gesamtwirtschaftliche finanzielle Zusammenhänge erreicht werden.“

Der vormalige Präsident der Österreichischen Nationalbank Dkfm. Dr. Claus J. Raidl erläutert: „Unsere Initiative will, dass das umfangreiche Gebiet der ‚Finanzbildung‘ in qualifizierten Bausteinen in den Schulen angeboten wird, um den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit zu geben, auch diese täglich auf uns zukommende Fragen verstehen, einordnen und bewältigen zu können.“

Die Rolle der Bildungsdirektion ist es, die Angebote zu prüfen und auf der Online-Plattform zugänglich zu machen. Derzeit stehen rund 30 geprüfte Angebote wie MoneyMatters, Moneywise, WU4Juniors, Euro-Aktiv, die Euro-Kids Tour der Nationalbank und der Finanzführerschein der Schuldnerberatung Wien zur Verfügung und es werden laufend mehr. Die Informationen und Workshops können im Unterricht eingesetzt werden und stehen auf der Online-Plattform des Wiener BildungsHub (https://bildungshub.wien/) Schulen sowie interessierten Jugendlichen und Eltern zu Verfügung. Die Angebote sind kostenfrei und unterstützen Pädagog:innen mit relevanten Informationen, die aktuell und didaktisch gut aufbereitet sind. Eine Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass die Angebote frei von Werbung sind.

Auch die Wirtschaftsuniversität Wien unterstützt die Finanzbildungsinitiative der Bildungsdirektion mit viel Wissen und Engagement. Univ.-Prof.in Dr.in Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien sagt: „Der Wirtschaftsuniversität Wien ist es wichtig, nicht nur für ihre Studierenden ein Ort des Lernens und der persönlichen Weiterentwicklung zu sein. Die Finanzbildung der gesamten Bevölkerung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, zu fördern, sowie Lehrpersonen an Schulen durch Finanzbildungsangebote zu unterstützen, ist der WU daher ein wichtiges Anliegen. Das Institut für Wirtschaftspädagogik an der WU hat daher eine Reihe von kostenfreien Finanzbildungsangeboten entwickelt und bildet Studierende der Wirtschaftspädagogik zu Finanzbildungscoaches aus, die von Lehrpersonen an allen Wiener Schulen zur Unterstützung ihres Unterrichts zu vielen verschiedenen Finanzbildungsthemen von Haushaltsplanung und Sparen, sicherem Umgang mit Zahlungsmitteln und Daten bis hin zu Finanzieren und Investieren sowie dem Umgang mit Risiken angefordert werden können.“

Eine neu entwickelte Finanzbildungsinitiative der WU ist die Förderung von Finanzbildung in der Schule durch Finanzbildungscoaches. Wünscht sich eine Lehrperson für eine Klasse – egal ob in der Unter- oder Oberstufe – zu bestimmten Finanzbildungsthemen Unterstützung, kann sie auf der Website des Instituts für Wirtschaftspädagogik einen Finanzbildungscoach anfragen, der ein für die Klasse maßgeschneidertes und qualitätsgeprüftes Unterrichtskonzept entwickelt und auch umsetzt.

Ein äußert erfolgreiches Projekt ist der Finanzführerschein Wien. Seit Februar 2020 haben sich bereits mehr als 2.200 Wiener Schüler:innen von Polytechnischen Schulen und Berufsschulen  intensiv mit Finanzbildung beschäftigt und den Finanzführerschein absolviert.

Mag.a Mag.a (FH) Gudrun Steinmann, MSc, Schuldnerberatung Wien, Leitung Finanzbildung, leitet selbst zahlreihe Workshops an Schulen und ist beeindruckt von den positiven Rückmeldungen der Schüler:innen und Pädagog:innen: „Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion für Wien wird das Erfolgsprojekt Finanzführerschein kontinuierlich für mehr Schulen zugänglich gemacht. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Jugendlichen praxisnahe Basisfinanzbildung zu vermitteln.“

Der Finanzführerschein wird von der Schuldnerberatung des Fonds Soziales Wien in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien und der Bildungsdirektion für Wien durchgeführt.

Fünf Jugendliche der Berufsschule für Bürokaufleute im 15. Bezirk waren bei der Pressekonferenz dabei. Sie haben im vergangenen Schuljahr gemeinsam die Module des Finanzführerscheins erfolgreich absolviert und wissen jetzt über wesentliche Finanzfragen Bescheid – sie sind sich einig: „Die Themen Online-Shopping und Ratenzahlungen waren sehr spannend. Durch den Finanzführerschein wissen wir jetzt besser Bescheid, was passieren kann, wenn man Verträge und Ratenzahlungen abschließt. Wichtig ist uns, mit dem Geld gut auszukommen und dass wir uns Dinge leisten können, die Spaß machen.“

Seit 100 Jahren ist die Bildungsdirektion für Wien (ehemals Wiener Stadtschulrat) die Drehscheibe pädagogischer Innovation und geht auf aktuelle Anforderungen ein. Die Schwerpunkte Finanzbildung und Digitalisierung, Mehrsprachigkeit, Elternarbeit, Mitgestaltung, Inklusion, Pädagogisches Ganztagsmodell und Nachhaltigkeit, werden im Rahmen von Veranstaltungen, Aktionen und Projekten behandelt.

„100 Jahre Bildung für Wien ist mehr als nur ein Projekt. Mehr als eine Initiative. 100 Jahre Bildung für Wien ist das Dranbleiben am Puls der Zeit. 100 Jahre Bildung für Wien nimmt sich der Transformation der Bildung an. Und: 100 Jahre Bildung für Wien zeigt, dass Bildung für Wien wichtiger ist denn je“, stellt Bildungsdirektor Heinrich Himmer abschließend fest.

 

Rückfragen und Kontakt:
Mag.a Tabea Nica Petra Grießner
Mediensprecherin Bildungsdirektion für Wien
Tel: 01/525 25 77014
Mail: tabea.griessner@bildung-wien.gv.at

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Veröffentlicht am 13.09.2022